Cookie-Hinweis: Wir verwenden Cookies. Zustimmen?
Kanufahrern in England und Kanada wurde um 1870 das Paddeln zu langweilig, sie setzten Segel auf die Kanus und begannen Regatten zu segeln. Also lange bevor sich das Jollensegeln verbreitete. Die Segelkanus wurden laufend modifiziert, es bildeten sich Bootsklassen, eine davon ist das International Canoe, kurz IC.
Diese Klasse ist aus der Tradition heraus im Kanu-Verband organisiert. Für Jollen ungewöhnlich ist das hohe Geschwindigkeitspotential von bis zu 26 Knoten (50 km/h). Somit ist das International Canoe heute die schnellste Einhand-Segeljolle der Welt.
Die Besonderheit am IC ist der Ausreitsitz. Der Schlüssel zu den spektakulären Leistungen. Er ermöglicht dem Steuermann, sein Gewicht 2 m von der Schiffsmitte nach außen zu bringen – man sitzt also komplett außerhalb.
Das durch den Ausreitsitz erzeugte aufrichtende Moment ist 50 % größer als das eines Vorschoters im Trapez. Der Clou: Der Sitz wird bei jeder Wende mit einem Handgriff auf die andere Seite geschoben.
Das Boot selbst ist bei 5,20 m Länge nur 1 m breit. Geringes Gewicht, minimale benetzte Fläche und modernes Rigg ermöglichen extreme Segelleistungen.
Viele Segler denken, das IC sei schwer zu segeln – das stimmt so nicht. Die Seglerin sitzt entspannt am Ende des Bretts und steuert mühelos mit der langen Pinne. Die Großschot kann aus der Hand gefahren werden, die Fockschot ist belegt.
Auch Wenden sind einfach: Fock loswerfen, Sitz rüberschieben, sich ducken – fertig. Das Segeln auf dem Gleitsitz bringt ein einzigartiges, aufregendes Geschwindigkeitsgefühl.
Es gibt Bastler, Tüftler – aber auch Segler, die einfach Spaß am Einhandsegeln haben. Das IC ist für alle Altersgruppen von 14 bis 65+ geeignet. Segler zwischen 55–95 kg sind erfolgreich. Körperkraft ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Weltweit in über 10 Ländern – u. a. in England, Frankreich, USA, Schweden, Australien. Die größte Flotte gibt’s in UK. Internationale Regatten, Weltmeisterschaften und der EuroCup bieten regelmäßige Events.
Einsteiger starten meist mit Gebrauchtbooten – vor allem in England (2.500 € – 9.000 €). Neubauten gibt’s z. B. von Rob Mitchell. In Deutschland hat Frido Beers ICs gebaut. Der DKV stellt Baupläne oder sogar die Negativform zur Verfügung.
Ob Eigenbau, Gebrauchtboot oder Maßanfertigung – der Einstieg ist vielfältig möglich.
Der Taifun ist eine langjährig national etablierte Regattaklasse, die seit ihrer Entstehung Mitte des 20. Jahrhunderts stetig verbessert und optimiert wurde. Die Taifun-Klasse ist sowohl im DKV als auch im DSV organisiert und aufgestellt.
Die Besonderheit des Taifun liegt in seiner im Heckbereich abgerundeten Rumpfform, die die Gleiteigenschaften der Segeljolle verbessert, und den Ausreitbrettern, die auf beiden Seiten des Cockpits angebracht sind. Diese ermöglichen es dem Steuermann, das Boot auch bei höheren Windstärken optimal zu trimmen, insbesondere bei einer fast 10m² großen Segelfläche.
Der Taifun zeichnet sich durch seine schlanke Rumpfform und die präzise Handhabung aus, die viel Aufmerksamkeit und Geschick vom Segler erfordert. Besonders die zwei Segel, eine Fock und ein Großsegel, stellen Anforderungen an die Segler. Es ist Präzision und ein gutes Bootsgefühl gefragt, um das Boot richtig zu beherrschen.
Die Ausreitbretter sorgen dafür, dass das Boot auch bei starkem Wind stabil bleibt, und bieten so eine hervorragende Trimmfähigkeit.
Der Taifun verlangt von seinen Seglern viel Geschick und Präzision. Besonders die Handhabung der zwei Segel erfordert Aufmerksamkeit, um das Boot optimal zu trimmen und bei wechselnden Bedingungen gut zu manövrieren. Das Segeln ist jedoch nicht übermäßig schwer, wenn man die richtigen Techniken beherrscht.
Mit der richtigen Taktik und Übung wird das Segeln mit dem Taifun zu einem spannenden und herausfordernden Erlebnis.
Die Taifun-Klasse richtet sich an Segler aller Altersgruppen ab 14 Jahren. Für junge Segler gibt es die Taifun-Jugendklasse, die mit zwei Personen (Steuermann und Vorschoter) gesegelt wird. Diese Klasse hilft, den Seglern das Beherrschen des Bootes zu erleichtern. Ab dem 19. Lebensjahr segelt man dann in der regulären Taifun-Klasse, wo das Boot alleine gesegelt wird und sich Segler aller Altersgruppen messen.
Die Taifun-Klasse hat eine starke Präsenz in Deutschland, aber auch in anderen Ländern finden regelmäßig Regatten statt. Die größte Flotte gibt es in Deutschland, wo auch die Deutschen Meisterschaften in beiden Klassen jährlich ausgetragen werden. Es gibt eine Vielzahl an Regatten auf Binnen- und Seerevieren von Frühling bis Herbst.
Einsteiger können mit Gebrauchtbooten starten, die oft zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind. Neubauten sind ebenfalls möglich, beispielsweise von renommierten Herstellern. In Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in die Klasse einzutauchen, durch Gebrauchtbootmärkte, Regatten oder auch durch Schulungen und Trainingslager.
Hier findest du die detaillierten Vermessungsbestimmungen für den Taifun: